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EHE FÜR ALLE? - EHE FÜR ALLE!

Statement zur Aufhebung des Eheverbots für gleichgeschelechtliche Paare

Symbolfoto Heterosexualität und Homosexualität sind verschiedenen Ausprägungen der einen vielgestaltigen menschlichen Sexualität und somit Entwicklungsvarianten und Ausdrucksformen menschlichen Lebens und menschlicher Liebesfähigkeit. Das ist wissenschaftlich zur Genüge erforscht. Diesen humanwissenschaftlichen Kenntnissen hat die Politik Rechnung zu tragen!

Die EHE FÜR ALLE würde der Homophobie und antihomosexuellen Gewalt einen Gutteil ihres Nährbodens entziehen!

In Österreich dürfen derzeit verschiedengeschlechtliche Paare eine „Ehe“ eingehen – gleichgeschlechtliche Paare (nur) eine „Eingetragene Partnerschaft“; heterosexuelle Paare haben in ihren Dokumenten einen „Familien“namen – homosexuelle einen „Nach“namen. Welche Botschaften gibt die Politik damit den Menschen in unserem Land – auch jenen Menschen, die aus anderen Kulturen kommen? Die Botschaft ist: Homosexuelle Paare sind nicht nur nicht gleichwertig, sondern minderwertig. Das schürt die Homophobie und vielfältige Formen von antihomosexueller Gewalt, die es leider in Österreich immer noch gibt!

Solche entwertende Botschaften, die auf Vorurteilen und Zerrbildern basieren, unter-graben das Selbstbild und das Selbstwertgefühl gleichgeschlechtlich empfinden-der Menschen massiv, da sie diese negativen Botschaften oft verinnerlichen! Noch immer wagen sich zwei Drittel gleichgeschlechtlich empfindender Menschen nicht, öffentlich die Hand ihrer Partnerin / ihres Partners zu halten. Noch immer ist die Suizid-versuchsrate bei Homosexuellen siebenmal so hoch als bei Heterosexuellen; bei über 90 Prozent handelt es sich um Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Was tun wir diesen Jugendlichen an?!

Der Beratungsalltag der COURAGE – einer Beratungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen – zeigt deutlich, wie sehr Lesben und Schwule unter den noch immer vorhandenen Vorurteilen und Zerrbildern, unter der Angst vor Diskriminierung und Ächtung bis hin zu antihomosexueller Gewalt leiden.

Der Beratungsalltag der COURAGE zeigt auch, wie sehr sich Lesben und Schwule aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage als Paare zweiter Klasse erleben, weil man ihnen klar signalisiert, dass Ihre Partnerschaften, ihre Liebe und ihre Familien weniger wert sind – auf jeden Fall nicht gleichwertig mit den heterosexuellen Paaren und Familien.

Gesetze schaffen Wirklichkeiten! Die EHE FÜR ALLE würde in Österreich eine Realität der Akzeptanz und des Respekts gegenüber gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen, ihren Partnerschaften und ihren Familien schaffen und fördern! Wir können von anderen Ländern und Kulturen nicht etwas einfordern – Thema Integration, was wir selber nicht leben und garantieren: Nämlich die Würde und den Respekt vor jedweder Person – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung bzw. geschlechtlichen Identität. Bei der EHE FÜR ALLE geht es letztlich um ein Grund- und Menschenrecht, um die Grundfesten unserer Demokratie!

Jede Lebensgemeinschaft, in der Menschen zueinander JA sagen, einander unterstützen, füreinander sorgen und Verantwortung übernehmen, einander respektvoll begegnen, Intimität teilen etc. ist für unsere Gesellschaft eine Bereicherung und muss vor dem Gesetz gleich behandelt und gleichwertig gefördert und geschützt werden!

In unserer heutigen Gesellschaft gilt es, die Fähigkeit zur Intimität zu fördern. Das ist die Voraussetzung dafür, dass es in unserer Gesellschaft überhaupt tiefergehende Partnerschaften und Familienformen gibt. Dabei ist die Einzigkeit und Einmaligkeit eines jeden Menschen in den Blick zu nehmen und nicht die sexuelle Orientierung!

Mag. Johannes Wahala
Leiter der Beratungsstellen Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck

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