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Familien sind ein heißes Eisen

Volles Haus bei -Diskussion: 120 Gäste folgten der Einladung

Dass der Begriff Familie und ihre Funktion in der heutigen Gesellschaft immer wieder neu diskutiert werden, ist nichts Neues. Dass die traditionellen Volksparteien dazu nichts sagen wollen, hingegen schon.

Bereits in der Vorbereitungsphase wurde von vielen Parteien nur zögerlich Diskussionsbereitschaft signalisiert. Während von Seite der FPÖ und des BZÖ kein Interesse bestand, an der Diskussion teilzunehmen, zeigten sich vor allem SPÖ und die Grünen gesprächsbereit. Die für das EPG verantwortliche ÖVP-Ministerin, Dr.in Beatrix Karl entsendete den Leiter ihrer Zivilrechtssektion, Prof. Dr. Georg Kathrein, die SPÖ-Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek, die als einzige Regierungsvertreterin bereits fix zugesagt hatte, ließ sich aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung von der Leiterin der Frauen- und Gleichstellungssektion, Frau Mag.a Ines Stilling vertreten. Der Diskussion tat dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Die beiden MinisterialbeamtInnen überzeugten mit erfrischender Ehrlichkeit über das Zustandekommen des EPG und die Hintergrundgespräche in Verwaltung und Politik. Dabei zeigten sich die beiden von ihrer pragmatischen Seite: „Mehr war politisch nicht drin“, war die einhellige Meinung aus dem Bundeskanzleramt und dem Justizministerium.

Der Leiter der Beratungsstelle , Mag. Johannes Wahala sprach über seine Erfahrungen im Beratungsalltag und die unterschiedlichen Problem- und Fragestellungen der KlientInnen. Barbara Schlachter, Obfrau von FAmOs (Familien Andersrum Österreich) erzählte über die Lebensrealitäten von Regenbogenfamilien und über Kindererziehung und Kinderwunsch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Die einzige Vertreterin einer politischen Partei, die Europaparlamentarierin Mag.a Ulrike Lunacek von den Grünen gab mit ihren Ausführungen Einblick in den Stand der Gleichstellungsbemühungen auf europäischer Ebene und ihre Erfahrungen mit konservativen VerhandlungspartnerInnen in der österreichischen Politik. Dass dem EPG eine homophobe Grundhaltung zugrunde liegt, wie von den meisten PodiumsteilnehmerInnen behauptet, wollte der Leiter der Zivilrechtssektion, Prof. Dr. Kathrein nicht im Raum stehen lassen. Den Argumenten und Ausführungen des ausgewiesenen Rechtsexperten und Präsidenten des Rechtskomitees LAMBDA, Dr. Helmut Graupner, zu den homophoben Bestimmungen im EPG war jedoch wenig entgegenzusetzen. Und so blieb ein informativer Abend, die Ernüchterung über politische Vorgänge bei der Textierung und Formulierung von Gesetzesbestimmungen und die Aussicht, dass mensch auch mit kleinen Schritten langsam ans Ziel oder zumindestens voran kommt.

Rund 120 interessierte, vor allem junge Gäste lauschten der spannenden Diskussion zwischen den DiskutantInnen und der bestens vorbereiteten Moderatorin Corinna Milborn.

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