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20. November: Trans*Gender Day of Remembrance

COURAGE fordert rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung von Trans*Menschen

Symbolfoto TransGender Der internationale Transgender Day of Remembrance erinnert an die vielen Opfer transphober Gewalt und Diskriminierung. Auch in Österreich haben Trans*Menschen tagtäglich mit Transphobie und Diskriminierung zu kämpfen.

Die Lebensrealitäten von Trans*Gender-Personen in Österreich sind auch im 3. Jahrtausend noch immer sehr schwierig und oft von einem hohen Leidensdruck begleitet:

• Viele verdrängen ihre wahre Identität aus Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung.
• Noch immer gibt es massive Vorurteile und Zerrbilder.
• Die Selbstmordversuchsrate ist noch höher als bei gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen (hier ist sie siebenmal höher als bei Heterosexuellen).
• In Schule und Ausbildungen ist das Thema weitgehend verdrängt.

Trans*Gender Personen und insbesondere trans*ident empfindende Menschen sind vielfältigen Formen transphober aber auch homophober Gewalt ausgesetzt. In dem sie oft auch von ihrem äußeren Erscheinungsbild die traditionelle Geschlechter-Dichotomie und den damit verbundenen Geschlechtsrollenzuschreibungen für einen noch großen Teil der Öffentlichkeit in Frage stellen, sind sie einem besonderes hohem Gewaltpotential ausgesetzt; insbesondere im Coming-Out-Prozess und vor der Hormontherapie, wo vielfach noch das äußere Erscheinungsbild nicht dem angestrebten Wunschgeschlecht entspricht.

Transphobie ist in unserer Gesellschaft in all ihren Facetten omnipräsent. Transphobe Gewalt hat viele Gesichter:

• verbale Gewalt in Form von Hänseleien, Beleidigungen, Beschimpfungen, Entwertungen etc.;
• psychische Gewalt im Sinne von „nicht normal“, „pervers“, „krankhaft“, „wider die Natur“ etc.;
• offene physische Gewalt: trans*ident empfindende Menschen sind häufig körperlicher Gewalt ausgesetzt, vom Anrempeln bis zum Zusammenschlagen;
• sexuelle Gewalt vor allem durch das Angreifen der primären und sekundären Geschlechtsorgane und dem Zwang zu sexuellen Handlungen im abgelehnten Geschlecht;
• berufliche Gewalt in Form von Chancenlosigkeit bei Bewerbungen und Jobsuche, Diskriminierungen durch KollegInnen, Mobbing aufgrund des Coming-Outs etc.;
• strukturelle Gewalt durch Versicherungs- oder Gesundheitssysteme;
• materielle Gewalt (wie Sachbeschädigung, Diebstahl, Raub, etc.);
• rechtliche Gewalt: vielfach gibt es bei Exekutive und bei Behörden noch Unverständnis und Ablehnung in Form von Entwertungen;
• religiöse und/oder kulturelle Gewalt in Form von „wider die Natur“, massive Pathologisierung, Stigmatisierungen und Ausgrenzungen;
• „mediale Gewalt“ (die Darstellung in den Medien ist keine direkte Form der Gewalt, jedoch eine teilweise absichtlich verzerrte Darstellung von Trans*Identen zur Bedienung eines Stereotyps).

All diese Formen transphober Gewalt sind noch immer vorhanden. Ihnen muss durch eine verstärkte Aufklärungs- und Bildungsarbeit - basierend auf den heutigen humanwissenschaftlichen Kenntnissen - begegnet werden. Dazu müssen bestehende Vorurteile aufgedeckt und mit den Lebensrealitäten trans*ident empfindender Menschen konfrontiert sowie transphobe Gewaltformen sichtbar gemacht werden.

Hintergrund
Der Transgender Day of Remembrance erinnert seit 1999 an jene Menschen, die wegen ihrer Transgeschlechtlichkeit ermordet wurden. Am 28. November 1998 wurde in den USA die Trans*Frau Rita Hester ermordet. Am darauffolgenden Freitag versammelten sich über 250 Menschen, um ihrer Trauer und Wut über den Mord Ausdruck zu verleihen. Diese Mahnwache war der Ausgangspunkt des dann jährlich am 20. November stattfindenden „TDoR- Transgender Day of Remembrance“.

Weiterführende Informationen:

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