Happy IDAHOT? - Noch lange nicht!
Stellungnahme der Courage zum Internationalen Tag gegen Homo- & Transphobie, 17. Mai 2013
Auch heutzutage werden Homosexuelle noch nicht als das gesehen, (wer oder) was sie sind: Individuen mit menschlichen Grundbedürfnissen, Wünschen, Sehnsüchten und Vorlieben. „Der Homosexuelle“ (meist in der männlichen Form) als Stereotyp hat auch in einer aufgeklärten Gesellschaft noch nicht ausgedient. Immer noch werden Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen diskriminiert. Oft im alltäglichen Zusammenleben, noch öfter in den Köpfen der Mitmenschen...
... Dass dies oft hinter Vorgehaltender Hand geschieht – jedenfalls in den meisten reichen Industriestaaten – hängt damit zusammen, dass es gesellschaftspolitisch unerwünscht („politisch nicht korrekt“) ist, über Homosexualität zu schimpfen, zu lästern. Daher geschieht die Diskriminierung subtiler, und jedenfalls unterhalb der Gürtellinie. Am Arbeitsplatz oder in der politischen Diskussion reicht in der Regel das Voranstellen der sexuellen Orientierung vor die Berufs- oder Funktionsbezeichnung, um in einer Gruppe aufzuzeigen, dass es (lediglich) um Toleranz und nicht um Akzeptanz geht: der schwule Kollege, die lesbische Gemeinderätin, … Bei Courage kennt man viele Beispiele, welchen Diskriminierungen gleichgeschlechtlich empfindende und l(i)ebende Menschen im Alltag ausgesetzt sind.
„Es geht nicht, darum toleriert zu werden, sondern darum, dass Menschen akzeptieren, dass es unterschiedliche Lebensentwürfe in unserer Gesellschaft gibt“, weiß Mag. Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage, „und dass keiner dieser Entwürfe besser oder schlechter ist“. Die individuellen Wünsche und Vorstellungen sind bunt und vielfältig. Auch zwischen heterosexuellen Beziehungen gibt es Unterschiede, aber diese werden in der Regel nicht von den Medien herangezogen, um darüber covertauglich zu berichten. Am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (International Day against Homophobia and Transphobia – IDAHO) ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es noch viel zu tun gibt. „Wenn ich Zeitungen lese, scheint es in der Mehrzahl der Berichte um das Zurschaustellen der Homosexuellen zu gehen“, fasst Mag. Wahala die Berichterstattung zusammen. Oftmals wird ausschließlich männliche Homosexualität dargestellt. „Eine schiefe Optik. Und darüber hinaus in einem eigenartigen Licht“, meint Mag. Wahala. Weibliche Homosexualität werde jedenfalls anders dargestellt und wahrgenommen als männliche. Auch innerhalb der gleichgeschlechtlich lebenden Gemeinschaft ist die Rezeption von Homosexualität oftmals unterschiedlich. Während Lesben froh darüber sein können, nicht am Titelcover eines Wochenmagazins als „Leidende“ dargestellt zu werden, unterliegt weibliche Homosexualität einer wesentlich stärkeren gesellschaftlichen Tabuisierung als männliche. „Lesben werden doppelt diskriminiert“, erklärt Mag. Wahala, warum es wichtig ist, dass auch weibliche Homosexualität in den Fokus der medialen und letztlich auch gesellschaftlichen Wahrnehmung rückt. Denn viele Menschen haben nach wie vor (nicht nur homophobe, sondern auch romantisierende) Zerrbilder und Vorurteile im Kopf. Dies führt von alltäglichen (mehr oder weniger subtilen) Sticheleien zu ausgeprägten Aversionen, zur Befürwortung von Diskriminierungen, Gutheißen von staatlicher Repression, bis hin zu Hass und körperlicher Gewalt. Das liege vor allem daran, dass die politische und mediale Instrumentalisierung von Vorurteilen oft nicht als solche erkannt wird.
„Akzeptanz der Vielfalt anstelle der Toleranz des Andersartigen. Eine tolerante Gesellschaft erkennt man daran, dass die darin lebenden Menschen die Vielfalt der individuellen Lebensentwürfe positiv wahrnehmen, akzeptieren und als Bereicherung für sich und die Gesellschaft sehen“, ist Mag. Wahala überzeugt, dass der 17. Mai erst dann wirklich gefeiert werden kann, wenn auch in diesem Bereich des gesellschaftlichen Zusammenlebens – unabhängig von der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität des Individuums – Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit herrschen. Denn der Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz steckt im Detail. Während die lediglich Tolerierten niemals als gleichwertige Menschen angesehen werden, sind die Akzeptierten Teil der Gesellschaft und gar nicht mehr aus dieser wegzudenken. Auch im dritten Jahrtausend sitzen die lange Zeit geprägten Vorurteile gegen Homosexuelle Menschen und Trans*Gender Personen noch tief: War Homosexualität im Mittelalter noch „Sünde“ oder „wider der Natur“, so glauben heute noch immer viele Menschen, Homosexualität und Transidentität seien eine psychische Störung/Krankheit. Besonders in fundamentalistisch-religiösen Milieus mehren sich wieder die Versuche „Heiltherapien“ anzubieten.
An diesem Punkt setzt auch die großangelegte Aufklärungskampagne der Courage, HOMOPHOBEXforte – Wir heilen Dich! an. So gilt es nicht mehr, Homosexualität zu heilen, sondern die Homophobie. HOMOPHOBEXforte, so der Name des Heilmittels, ist ohne Verschreibung erhältlich und hilft vor allem gegen Homo- und Transphobie, aber auch bei Diskriminierungszwang, Mobbingsucht und Gewaltbereitschaft. Die neue Rezeptur kommt ganz ohne den Wirkstoff Toleranz aus. HOMOPHOBEXforte wirkt zwar nicht sehr schnell, dafür nachhaltig und zuverlässig im Kopf der Betroffenen, Ängstlichen und Leidenden. Langfristige Auswirkungen dieses Präparats sind die Verminderung von individuellen Ängsten, die Abnahme von Wut und Aggressionen, die Entwicklung eines positiveren und erweiterten Selbstbildes sowie eine offene, auf gegenseitigen Respekt aufbauende Gesellschaft. Die Kampagne wirkt zwar wie eine lustige Aktion, hat aber einen ernsten Hintergrund. Es gilt zu bedenken, dass sich das „Krankheitsbild“ Homosexualität – wie auch Transidentäten – noch hartnäckig hält, und das obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Diagnose „Homosexualität“ vor über 20 Jahren, nämlich am 17. Mai 1990 aus dem internationalen Diagnoseklassifikationssystem (ICD) ersatzlos gestrichen hat.
Gleichgeschlechtlich Empfindende und L(i)ebende wollen – als gleichberechtigte und gleichwertige Individuen – in einer Gesellschaft, die an sich selbst den Anspruch stellt, aufgeklärt zu sein und die Vielfalt fördern zu wollen, akzeptiert werden. Courage fordert daher in ihrer täglichen Arbeit, und vor allem auch am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, mehr Courage in der Gesellschaft, allen voran in Politik, Bildung und Wirtschaft.
Courage – nicht nur am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie!
Revolutionäres Heilmittel gegen Homophobie
Die Beratungsstelle Courage bringt nach 10-jähriger Entwicklungszeit ein Heilmittel gegen Homophobie auf den Markt. HOMOPHOBEXforte enthält die Wirk- und Inhaltsstoffe Akzeptanz, Respekt und Gleichwertigkeit.
Die Beratungsstelle Courage hat nach langjährigen Anstrengungen nun den Stein der Weisen im Bereich der Homophobie-Forschung entdeckt. In der Vergangenheit war es üblich, nach mehr Toleranz zu verlangen. Im Lichte der aktuellen Forschungsergebnisse erscheint diese Forderung jedoch überholt und antiquiert. Denn wie sich nun herausgestellt hat, muss ein adäquates Heilmittel vor allem eine Kombination aus Akzeptanz, Respekt und Gleichwertigkeit enthalten.
HOMOPHOBEXforte, so der Name dieses bahnbrechenden Heilmittels, ist ohne Verschreibung erhältlich und hilft vor allem gegen Homo- und Transphobie, aber auch bei Diskriminierungszwang, Mobbingsucht und Gewaltbereitschaft. Die neue Rezeptur kommt ganz ohne den Wirkstoff Toleranz aus, denn viele Menschen haben vor allem diesen Inhaltsstoff nicht oder nur schwer (v)ertragen können. HOMOPHOBEXforte wirkt zwar nicht sehr schnell, dafür nachhaltig und zuverlässig im Kopf der Betroffenen, Ängstlichen und Leidenden. Langfristige Auswirkungen dieses Präparats sind die Verminderung von individuellen Ängsten, die Abnahme von Wut und Aggressionen, die Entwicklung eines positiveren und erweiterten Selbstbildes sowie eine offene, auf gegenseitigen Respekt aufbauende Gesellschaft.
Was wie eine humorvolle Aktion im Rahmen der Regenbogenparade wirkt, hat einen ernsten Hintergrund: Auch im dritten Jahrtausend werden Homosexuelle und TransGender-Personen oft nicht als das gesehen, wer sie sind: Individuen mit menschlichen Grundbedürfnissen, Wünschen, Sehnsüchten und Vorlieben. Nach wie vor werden sie diskriminiert. Oft im alltäglichen Zusammenleben, noch öfter in den Köpfen der Mitmenschen. Weil es in der Zwischenzeit – jedenfalls in den meisten reichen Industriestaaten – nicht politisch korrekt ist, über Homosexualität zu schimpfen und zu lästern, geschieht die Diskriminierung subtiler und oft unterhalb der Gürtellinie. Am Arbeitsplatz oder in der politischen Diskussion reicht in der Regel das Voranstellen der sexuellen Orientierung vor die Berufs- oder Funktionsbezeichnung, um in einer Gruppe aufzuzeigen, dass es (lediglich) um Toleranz und nicht um Akzeptanz geht: der schwule Kollege, die lesbische Gemeinderätin, … Dass es einer solchen bewusstseinsbildenden Aufklärungsarbeit bedarf, zeigen die Statistiken: Die Selbstmordversuchsrate bei Homosexuellen in Österreich ist siebenmal höher als bei Heterosexuellen. Hauptursache ist die mangelnde familiäre, soziale und rechtliche Unterstützung. Über 90% aller Selbstmordversuche von gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen geschehen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren, also während des oft sehr schmerzhaft erlebten Coming-out-Prozesses.
Die lange Zeit geprägten Vorurteile sitzen noch immer tief: War Homosexualität im Mittelalter noch „Sünde“ oder „wider der Natur“, so glauben heute noch immer viele Menschen, Homosexualität sei eine psychische Störung/Krankheit oder gar pervers und daher heilbar, wenn die derart „Betroffenen“ nur wollten. Eine Meinung, die sich schon seit Jahrhunderten hartnäckig hält. Und das, obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Diagnose „Homosexualität“ vor über 20 Jahren, nämlich am 17. Mai 1990 aus dem internationalen Diagnoseklassifikationssystem (ICD) ersatzlos gestrichen hat.
„Akzeptanz der Vielfalt anstelle der Toleranz des Anderen. Eine tolerante Gesellschaft erkennt man daran, dass die darin lebenden Menschen die Vielfalt der individuellen Lebensentwürfe als gleichwertig wahrnehmen, akzeptieren und als Bereicherung für sich und die Gesellschaft sehen“, ist Mag. Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage überzeugt, dass der Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz im Detail steckt. HOMOPHOBEXforte soll darauf aufmerksam machen. Denn während die lediglich Tolerierten niemals als gleichwertige Menschen angesehen werden, sind die Akzeptierten Teil der Gesellschaft und gar nicht mehr aus dieser wegzudenken.
Gleichgeschlechtlich Empfindende und L(i)ebende müssen in einer Gesellschaft, die an sich selbst den Anspruch stellt, aufgeklärt zu sein und die Vielfalt zu fördern, als das akzeptiert werden, was sie sind, nämlich gleichberechtigte und gleichwertige Individuen. Nicht mehr und nicht weniger. Courage fordert daher mehr Courage in der Gesellschaft, allen voran in Politik, Bildung und Wirtschaft. Damit niemand Angst haben muss!
HOMOPHOBEXforte ist ab sofort unter info@courage-beratung.at erhältlich. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an den Hersteller.
Fotos von der Markteinführung finden Sie hier.
„ES FÜHLT SICH IMMER BESSER AN!“
Coming Out-Treff in Graz für Frauen jeden Alters
Rosalila PantherInnen und Courage-Graz bieten Angebot für Frauen jeden Alters
In einer Gruppe ermöglicht der Austausch mit Frauen in ähnlicher Situation Erleichterung darüber nicht alleine zu sein, unter Anleitung einer Beraterin gibt es Anregungen zum einander kennen lernen und Reflexion der eigenen Geschichte, in Gemeinschaft Unternehmungen zu planen und ein Ankommen in der eigenen Selbstakzeptanz zu erleben.
Neue Broschüre der Stadt Wien zum Thema „Trans*Identitäten"
Die Stadt Wien ergreift Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Transgender-Personen.
Dazu gehört, dass es in Wien seit Februar 2013 ausreicht, bei der Personenstandsänderung ein psychotherapeutisches Gutachten vorzuweisen. Bisher war ein psychiatrisches oder klinisch-psychologisches Gutachten notwendig. Weiters wurde Österreichs erste Broschüre zu "Trans*Identitäten" herausgebracht. Die Broschüre bietet Basisinformationen zum Thema. Sie ist vor allem für das Umfeld von Transgender-Personen hilfreich. Zudem erläutert sie die rechtliche Situation, klärt über medizinische Behandlungsaspekte auf und sensibilisiert das soziale Umfeld.
„Die neue Broschüre der Stadt Wien zum Thema „Trans*Identitäten“ ist fachlich hervorragend, informativ und sprachlich sehr sensibel verfasst. In ihr kommt der Respekt und die Wertschätzung gegenüber Transgender-Personen und transident empfindenden Menschen deutlich zum Ausdruck. Damit zeigt die Wiener Stadtregierung, dass sie sich glaubhaft für die Vielfalt der Lebensweisen einsetzt“, freut sich Mag. Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage, über die längst fällige Bündelung von Informationen zu dem Thema.
Frauenrechte sind (auch) Lesbenrechte!
Courage zeigen am Internationalen Frauentag am 8. März 2013
„Wir sind leider noch immer nicht dort, wo wir eigentlich schon sein sollten“, kommt Mag. Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage, anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2013 zu einem ernüchternden Ergebnis: „Aber es hat den Anschein, als ob wir unserem Ziel, nämlich der tatsächlichen Gleichberechtigung aller Geschlechter, immer näher kommen“.
Die Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass garantierte Frauenrechte und die Alltagsrealität vieler Frauen oft noch weit auseinanderklaffen. Das gelte insbesondere auch für jene Frauen, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben und daher meist doppelt von diskriminierenden Ressentiments und Anfeindungen betroffen sind.
Wahala, selbst ein aktives Mitglied der Zivilgesellschaft, vor allem wenn es um die gesellschaftliche Anerkennung und rechtliche Gleichstellung von unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten geht, weiß um die alltäglichen Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten (am Arbeitsplatz, bei der Entlohnung, der Haushaltsarbeit, der Kinderbetreuung, der Bildung und vielen anderen Bereichen des Zusammenlebens). Aber „die Idee, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung, die gleichen Rechte genießen können sollen, lässt sich nicht mehr aus unseren Köpfen löschen“, ist Wahala überzeugt, dass sich solche positiven Entwicklungen in einer immer bunter werdenden Gesellschaft nicht aufhalten lassen.
In Anlehnung an ein Zitat von Olympe de Gouges, formuliert Wahala den Anspruch der künftigen Bestrebungen zur Verbesserung der Situation aller Menschen: „Wir müssen es nur wollen“. Damit Gleichberechtigung unabhängig von Geschlecht und Orientierung in der Zukunft eine Selbstverständlichkeit ist und es einer solchen jährlichen Erinnerung nicht mehr bedarf.
SEX 2.0 - SEXUALITÄTEN, INTIMITÄTEN UND BEZIEHUNGEN IM ZEITALTER NEUER MEDIEN
Courage & ÖGS laden am 19. und 20. April zur Fachtagung
Seit der Einführung und Etablierung des Internets befinden sich unsere Gesellschaften in einem rasanten Transformationsprozess: World Wide Web und neue Medien haben Beziehungsstrukturen einschneidend und gravierend verändert. Sexualitäten, Intimitäten und Beziehungen werden zu immer bedeutsameren Erlebniswelten in den neuen Medien.
Sexualität bezieht sich z.B. nicht mehr nur auf „reales“ Sexualverhalten. Menschen können über Chaträume anonym über ihre sexuellen Wünsche und Phantasien „sprechen“, sich zu schnellen sexuellen Kontakten verabreden. Vor dem Bildschirm kann Sexualität ohne körperliche Berührungen erlebt werden. Pornographien allen Genres werden produziert, konsumiert und weitergereicht. „Sexuelle Minoritäten“ mit speziellen Vorlieben finden heute die "Nadel im Heuhaufen" via Internet.
Die neuen Medien verändern aber nicht nur unsere Sexualität(en), sondern auch Beziehungsdynamiken und Kontaktverhalten vieler NutzerInnen: Immer mehr Beziehungen kommen über das Internet zustande und werden über geografische und zeitliche Distanzen gelebt. In so mancher Beziehung werden Handys und soziale Plattformen zu Kontrollinstrumenten.
Was machen Mädchen und Jungen, Frauen und Männer im und mit dem Internet, was macht das Internet mit ihnen? Ist die virtuelle Erfahrung mit Sex im Internet eine Möglichkeit der Orientierung im Sinne des Probehandelns oder schränkt sie individuelle Fantasieräume ein? Wie verändern die neuen Medien unseren Blick auf Körper und Körperkulturen? Bricht die Konfrontation mit Sex im Internet notwendige Tabus auf oder verwischt sie die Grenze zwischen Fantasie und Realität und führt gar zu mehr sexueller Gewalt? Welche Chancen und Gefahren ergeben sich daraus für Kinder und Jugendliche, die schon früh durch die neuen Medien sozialisiert werden? Wie stark ist der Einfluss des Internets auf Sexualität und Beziehung der „Generation Porno“?
Die Fachtagung SEX 2.0 – SEXUALITÄTEN, INTIMITÄTEN UND BEZIEHUNGEN IM ZEITALTER NEUER MEDIEN bietet Möglichkeiten zum Diskurs und Austausch neuester humanwissenschaftlicher Erkenntnisse und Entwicklungen. Es werden die im World Wide Web neu konstruierten (Beziehungs-)Räume und Neosexualitäten dargestellt, hinterfragt und analysiert.
TransGender – Transsexualität/ Transidentität/Gender-Dysphorie
Neuer Lehrgang 2013
Courage, die Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung – ÖGS und die Interdisziplinäre ExpertInnengruppe „Psychotherapie und Transidentität” im ÖBVP starten 2013 einen neuen Lehrgang unter dem Titel "TransGender – Transsexualität/ Transidentität/Gender-Dysphorie".
Der Lehrgang richtet sich an PsychotherapeutInnen, dipl. SozialarbeiterInnen, PsychologInnen, Paar- und FamilienberaterInnen, PädagogInnen, Lebens- und SozialberaterInnen, MediatorInnen etc.
Abschied von Schlagartig!
Die Beratungsstelle Courage nimmt Abschied von „Schlagartig! Sadomasochismus-Organisation Österreich“ nach nur 10 Jahren Tätigkeit in der österreichischen BDSM-Szene. „Schlagartig! hat der sexuellen Vielfalt in unserer Gesellschaft eine wichtige Plattform geboten“, bedauert Mag. Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage, das viel zu frühe Ende einer wichtigen Institution. „Schlagartig!“ hat dafür gesorgt, dass sich viele Menschen miteinander austauschen konnten und dabei geholfen, dass die Vielfalt in unserer Gesellschaft und die unterschiedlich wie auch bunten Lebensentwürfe von Allen respektiert und als Bereicherung gesehen werden. In vielen Krisensituationen war der Verein „Schlagartig!“ eine der wenigen (und daher sehr wichtigen) Anlaufstellen für Rat- und Hilfesuchende. Mit der Vereinsauflösung verliert die Beratungsstelle Courage eine wichtige Partnerorganisation. „Dass das vorhandene Vereinsvermögen der Beratungsstelle Courage gespendet wurde, ehrt uns, macht uns stolz und ist zugleich Auftrag!“, sagt Mag. Wahala. Auch in Zukunft können und sollen sich Menschen aus der BDSM-Szene in Krisensituationen an die Beratungsstelle Courage wenden, unabhängig von ihren sexuellen Orientierungen und Vorlieben, ihrer Geschlechtsindentität und individuellen Lebenskonzepten. Die Spende von „Schlagartig!“ ist dabei eine wichtige Hilfe und Stütze. Vielen Dank!
COMING OUT – ein lebenslanger Prozess
Die meisten Menschen können sich sehr gut an ihre ersten sexuellen Erfahrungen und Gehversuche erinnern. Bis ins hohe Alter schwärmen Menschen von den aufregenden und schönen ersten sexuellen Kontakten, dem ersten Kuss, dem „ersten Mal“, dem ersten Gefühl des Verliebtseins während ihrer Pubertät. Jener Zeit, in der die Menschen ihre Sexualität zum ersten Mal bewusst spüren und ein Gefühl dafür entwickeln, wie wichtig der Austausch von körperlicher Zuneigung und Zärtlichkeiten für uns Menschen ist.
Viele Menschen leiden jedoch darunter, dass sie ihre sexuellen Wünsche, Vorlieben und Sehnsüchten nicht aussprechen, geschweige denn leben können. Vor allem gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen stehen unter einem hohen (psychischen) Druck. Trotz einer immer toleranter werdenden Gesellschaft, wird gleichgeschlechtliche Liebe nach wie vor nicht als gleichberechtigt, als Selbstverständlichkeit akzeptiert.
Heterosexuell empfindende Menschen müssen sich in der Regel nicht vor/bei ihren Mitmenschen, ihren ArbeitskollegInnen, im FreundInnenkreis als „heterosexuell“ outen, zu ihrer sexuellen Orientierung oder Identität Rede und Antwort stehen, da viele Menschen Heterosexualität als gegeben („normal“, „gottgewollt“, „natürlich“) voraussetzen. Für gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen ist es daher umso schwerer, in ihrem Bekannten- und FreundInnenkreis, ihrem sozialen Umfeld über ihre Sexualität, ihre Empfindungen und Gefühle zu sprechen.
Viele gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen nehmen zum ersten Mal während ihrer Pubertät bewusst wahr, dass sie „anders“ sind. Das ist der Beginn eines Prozesses, den die meisten Menschen unter der Bezeichnung „Coming out“ kennen. Für viele gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen ist der Prozess des Coming-Outs eine wichtige Entwicklung in ihrem Leben. Den Mut zu finden, mit seinen nächsten Mitmenschen, Freundinnen und Freunden offen darüber zu sprechen, wie man sich selbst definiert, welche Vorlieben man hat und welchen Lebensstil man bevorzugt, ist kein einfaches Unterfangen. Schon ältere, als „erwachsen“ geltende Menschen haben damit ein Problem, offen über ihre Gefühle und Empfindungen zu sprechen; es ist daher verständlich, wenn junge, insbesondere gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen Schwierigkeiten haben, ein gesundes Verständnis für ihre eigene Sexualität und Identität zu entwickeln, ein entsprechendes Verhältnis zu sich, ihrem Körper, ihren Gefühlen und ihren Sehnsüchten aufzubauen.
Viele gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen, insbesondere Jugendliche fühlen (oder fühlten) sich mit diesen schwierigen Entwicklungen in ihrer Pubertät allein gelassen. Sie sind damit überfordert, ihre eigene Identität zu finden und sich selbst zu definieren. „Sich gleichgeschlechtlich entwickelnde Kinder merken bereits sehr früh, dass sie anders sind als die Anderen. Das beschäftigt sie sehr stark. Wenn dann auch noch von außen ständig Signale kommen, dass ihr Verhalten falsch ist, entsteht beim Kind das permanente Gefühl, Erwartungen nicht erfüllen zu können. Mehr und mehr entwickeln sie ein Gefühl der Heimatlosigkeit und der Entfremdung von der eigenen Familie, da sie sich in ihrem Fühlen und Verhalten nicht zuordnen können und sich zunehmend als Außenseiter fühlen.“, erzählt Mag. Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage.
Aus Angst verletzt zu werden, Freundinnen und Freunde zu verlieren oder Ablehnung von geliebten Menschen zu erfahren, wenn diese von der eigenen sexuellen Orientierung oder Identität wissen, verschweigen viele Menschen ihre Gefühle gegenüber ihrem FreundInnenkreis, ihren Eltern und ihrem sozialen Umfeld. Einige entwickeln aus Angst, nicht als „normal“ zu gelten, eine Abneigung gegen gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen. Das kann sogar so weit gehen, dass derart verunsicherte Menschen Gewalt gegen gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen ausüben, selbst diskriminierend ihrer eigenen Sexualität und Identität gegenüber stehen. Für die gesunde Entwicklung eines Menschen ist es jedoch wichtig, sich der eigenen Gefühle und Empfindungen bewusst zu sein, die eigene Sexualität und Identität sowie diesbezügliche Neigungen, Vorstellungen, Sehnsüchte zu akzeptieren (und nicht bloss zu tolerieren).
Eine österreichische Studie zum Selbstmordrisiko im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung kam zum Schluss, dass das Selbstmordrisiko bei gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen etwa siebenmal so hoch ist wie bei Heterosexuellen. Fast jeder dritte Suizidversuch in Österreich wird von einem gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen begangen. Hauptursache dafür ist die mangelnde soziale Unterstützung, vor allem durch die eigenen Eltern und das engste soziale Umfeld. Über 90 Prozent aller Selbstmordversuche von gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen geschehen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren, also während des oft als sehr schmerzhaft erlebten Coming-out-Prozesses.
In einer Gesellschaft, in der zwar Nacktheit und Pornographie im Überfluss vorhanden ist, aber Sexualität nach wie vor eines der größten Tabuthemen darstellt, sind eben auch Eltern, Angehörige und der FreundInnenkreis mit solchen Prozessen der identitätsstiftenden Selbstfindung überfordert, können nicht damit umgehen, wenn ihre Kinder, ihre Angehörgien, ihre Freundinnen und Freunde nicht der gesellschaftlich geprägten Norm entsprechen und darunter leiden, dass sie sich „anders“ fühlen. Und sind sprachlos, verharren in Schweigsamkeit, weil auch sie nicht anzusprechen gelernt haben, was gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen in solchen schwierigen Situationen bedürfen. „Kinder und Jugendliche haben oft Angst, von ihren Eltern abgelehnt oder verstoßen zu werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern sagen, dass sie immer zu ihnen stehen werden und sie ihr Sohn bzw. ihre Tochter bleiben.“, rät Mag. Wahala.
Die Beratungsstelle Courage setzt hier an und bietet sowohl Unterstützung für gleichgeschlechtlich empfindende Menschen und Transgender-Personen als auch für deren Eltern, Angehörige, Lehrerinnen und Lehrer, Freundinnen und Freunde, Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen. Jeder Mensch, der sich eingesteht, professionelle Unterstützung in diesem Lebensbereich zu brauchen, wird vom multiprofessionellen Team der Beratungsstelle Courage willkommen geheißen. Die Beratungsstelle Courage unterstützt und begleitet kostenlos Menschen, die sich ihres „Anderssein“ bewusst sind. Sie bietet konkrete Hilfe für all jene, die sich über ihre Sexualität, ihre sexuelle Orientierung und Identität im Unklaren sind, an sich und ihrer „gesellschaftlichen Normalität“ zweifeln. Die Beraterinnen und Berater der Courage begleiten Menschen auf deren Weg des Coming-out-Prozesses, bei deren Entwicklung eines gesunden Verhältnisses zur eigenen Person, der eigenen Sexualität und Identität. Das ermöglicht den Menschen, sich angstfrei zu entwickeln und sich verstanden, nicht mehr alleine zu fühlen.
Neu an der COURAGE GRAZ: Kostenlose Rechtsberatung
Mit der Rechtsanwältin Mag.a jur. Susanna Ecker konnte für die Courage GRAZ eine erfahrene und engagierte Juristin gewonnen werden. Ab sofort bietet die Courage GRAZ nun auch kostenlose und anonyme Rechtsberatung und Hilfe vor allem für Lesben, Schwule, Bisexuelle, TransGender-Personen und ihre Angehörigen bei allen Fragen im Zusammenhang mit LGBT-Themen.
Die Rechtsberatung an der Courage GRAZ findet jeden zweiten Dienstag in der Zeit von 19 – 20 Uhr statt.
E-Mail Wien
Bürozeiten: Mo-Do, 9-15h
Beratungszeiten: Di-Fr, 15-20h
Tel. Vorameldung: Mo-Do, 9-15h




