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COURAGE verlangt „Akzeptanz statt Toleranz“

Stellungsnahmen zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai

Grafik gegen Homophobie „Es geht nicht darum toleriert zu werden, sondern darum, dass Menschen akzeptieren, dass es aufgrund unterschiedlicher sexueller Orientierungen unterschiedliche Lebensentwürfe in unserer Gesellschaft gibt“, ist Mag. Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle , überzeugt, „dass all diese Entwürfe gleichwertig sind“.

Auch im dritten Jahrtausend werden Homosexuelle nicht als das gesehen, wer sie sind: Individuen mit menschlichen Grundbedürfnissen, Wünschen, Sehnsüchten und Vorlieben. Leider werden immer noch gleichgeschlechtlich empfindende Menschen diskriminiert. Oft im alltäglichen Zusammenleben, noch öfter in den Köpfen der Mitmenschen. Weil es in der Zwischenzeit – jedenfalls in den meisten reichen Industriestaaten – nicht politisch korrekt ist, über Homosexualität zu schimpfen, zu lästern, geschieht die Diskriminierung subtiler, und oft unterhalb der Gürtellinie. Am Arbeitsplatz oder in der politischen Diskussion reicht in der Regel das Voranstellen der sexuellen Orientierung vor die Berufs- oder Funktionsbezeichnung, um in einer Gruppe aufzuzeigen, dass es (lediglich) um Toleranz und nicht um Akzeptanz geht: der schwule Kollege, die lesbische Gemeinderätin, … Bei kennt man viele Beispiele, wie sich Diskriminierung von gleichgeschlechtlich empfindenden und l(i)ebenden Menschen im alltäglichen Zusammenleben auswirkt.

„Akzeptanz der Vielfalt anstelle der Toleranz des Anderen. Eine tolerante Gesellschaft erkennt man daran, dass die darin lebenden Menschen die Vielfalt der individuellen Lebensentwürfe als gleichwertig wahrnehmen, akzeptieren und als Bereicherung für sich und die Gesellschaft sehen“, ist Johannes Wahala überzeugt, dass der Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz im Detail steckt. Während die lediglich Tolerierten niemals als gleichwertige Menschen angesehen werden, sind die Akzeptierten Teil der Gesellschaft und gar nicht mehr aus dieser wegzudenken.

Die lange Zeit geprägten Vorurteile sitzen noch immer tief: War Homosexualität im Mittelalter noch „Sünde“ oder „wider der Natur“, so glauben heute noch immer viele Menschen, Homosexualität sei eine psychische Störung/Krankheit oder gar persvers und daher heilbar, wenn die derart „Betroffenen“ nur wollten. Eine Meinung, die sich schon seit Jahrhunderten hartnäckig hält. Und das, obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Diagnose „Homosexualität“ vor über 20 Jahren, nämlich am 17. Mai 1990 aus dem internationalen Diagnoseklassifikationssystem (ICD) gelöscht hat.

Gleichgeschlechtlich Empfindende und L(i)ebende sind – als gleichberechtigte und gleichwertige Individuen – in einer Gesellschaft, die an sich selbst den Anspruch stellt, aufgeklärt zu sein und die Vielfalt fördern zu wollen, zu akzeptieren. fordert daher mehr Courage in der Gesellschaft, allen voran in Politik, Bildung und Wirtschaft. Damit niemand Angst haben muss!

FORDERUNGEN AN DIE BUNDESREGIERUNG:

  • Ersatzlose Streichung aller diskriminierenden und homophoben Bestimmungen im EPG
  • Pflegeelternschaft für gleichgeschlechtlich lebende Paare in allen Bundesländern
  • Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare
  • Künstliche Befruchtung für lesbische und alleinstehende Frauen
  • Rechtliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen für gleichgeschlechtlich empfindende Menschen
  • Reform und Öffnung der Ehe für Alle
  • Schulische Bildung und Sensibilisierung zum Thema Homo- und Transsexualität sowie Homophobie

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